Dr. Max Plassmann referierte über das „Leben im Schatten der Mauer“

_DSC1942

Dr. Max Plassmann bei seinem Vortrag. Foto: Stadt Köln

Stand bei den bisherigen Vorträgen vor allem die (Bau-)geschichte der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer im Mittelpunkt, so widmete sich der Archivar und Historiker Dr. Max Plassmann in einem kurzweiligen Vortrag am gestrigen Dienstag den Dingen, die sich vor, hinter und auf der Stadtmauer abgespielt haben, also insbesondere den Auswirkungen, die die Superburg auf das Leben der Bürgerinnen und Bürger Kölns hatte. Rund 90 ZuhörerInnen fanden den Weg ins Archiv an den Heumarkt, darunter rund 35 Mitglieder der FREUNDE, die im Anschluss die Mitgliederversammlung besuchten.

Anfangs ging Plassmann in aller Kürze auf die militärische Funktion der Stadtmauer ein und machte deutlich, inwiefern die Stadtbefestigung seinerzeit selbst für die damals größten Militärmachte nahezu uneinnehmbar war.

_DSC1947

Siegfried Glos und Max Plassmann stellten sich im Anschluss den Fragen der BesucherInnen in der Ausstellung. Foto: Stadt Köln

Die Stadtmauer gab den Kölnerinnen und Kölnern also in erster Linie Schutz. Daneben jedoch erfüllte sie weitere Zwecke: Auf ihrem Gemäuer ließen sich einige wohlhabende Bürger ein prächtiges Sommerhaus bauen, sie lockte unzählige Touristen an, die wie in Zeitzeugenberichten belegt von den Ausmaßen der Kölner Stadtbefestigung geradezu erschlagen waren, und sie diente der Bevölkerung als Freizeitpark und mit den vorgelagerten Gräben als beliebtes Naherholungsgebiet.

Jedoch ging Plassmann auch auf die vielen Nachteile, die die Mauer mit sich brachte, ein: Ihre Instandhaltung kostete viele Mühen und Kosten, was sich durch Rechnungsbücher und eine Aufgabennotiz eines sogenannten „Umlaufs“ (d. h. der mittelalterliche „Hausmeister“ der Stadtmauer) belegen lässt, die Bürgerschaft musste zumindest in großen Teilen selbst für ihre Bewachung sorgen und sie schränkte den Verkehr in die Stadt und aus der Stadt in erheblicher Weise ein – vor allem für Bauern, die ihr Vieh vor die Tore der Stadt  treiben musste, ein großes Problem.

39 Umlauf

Ein typischer Arbeitstag eines Umlaufs