Einladung zur kunsthistorischen Führung über das Kölner Herbstvolksfest am 06.11.2014 um 17 Uhr – Nachgang an einen tollen Vortrag von Dr. Margit Ramus

(v.l.n.r.) Burkhard von der Mühlen und Dr. Walter Schulz (beide Vorstand des Fördervereins des Historischen Archivs der Stadt Köln), Dr. Margit Ramus und Dr. Bettina Schmidt-Czaia (Leitende Archivdirektorin der Stadt Köln).

(v.l.n.r.) Burkhard von der Mühlen und Dr. Walter Schulz (beide Vorstand des Fördervereins des Historischen Archivs der Stadt Köln), Dr. Margit Ramus und Dr. Bettina Schmidt-Czaia (Leitende Archivdirektorin der Stadt Köln).

Die Veranstaltungsreihe „Geschichte(n) erzählen“ des Fördervereins des Historischen Archivs der Stadt Köln und des Stadtarchivs hatte am 30. September 2014 ein ausgefallenes Thema: Kulturgut Volksfest aus kunsthistorischer Sicht. Die 1951 geborene Kölnerin Margit Ramus promovierte über dieses bis dahin unerforschtes Thema an der Rheinischen Friedrichs-Wilhelm-Universität Bonn und wurde von der Kunsthistorikerin Prof. Dr. Hiltrud Kier betreut. Nicht von ungefähr kennt sich Dr. Ramus im Schaustellergewerbe aus, denn sie ist Deutschlands einzige aktive Schaustellerin, die gleichzeitig promovierte Kunsthistorikerin ist.

Die Dekoration des Autoscooters von Sommer/ Opitz aus den 50er Jahren lehnt sich an Gemälde von Wassily Kandinsky oder Joan Miró an.

Die Dekoration des Autoscooters von Sommer/ Opitz aus den 50er Jahren lehnt sich an Gemälde von Wassily Kandinsky oder Joan Miró an.

Ihr Vortrag setzt mit der Gründung der ersten Manufaktur für den professionellen Karussellbau 1883 durch Fritz Bothmann ein und endet Anfang des 21. Jahrhunderts. Sie zeigt, dass die Bauformen der Schaustellergeschäfte ihre Vorbilder in der traditionellen Architektur haben. So ähneln die Form des Autoscooters von Heinz Opitz von 1961 den organisch geformten Flugdächern der 60er Jahre, zum Beispiel dem JFK Flughafen in New York (1956-1962). Auch die Dekorationen von Karussells vergleicht sie mit den Stilepochen der Kunst. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden alle Fahrgeschäfte mit neubarocken Dekorationselementen gestaltet. Ab 1945 begann in der Dekoration die Moderne mit gegenstandsloser, oftmals abstrakter Malerei sowie Neonbeleuchtung. So ähneln die Bemalung des Autoscooters von Sommer/ Opitz aus den 50er Jahren den Gemälden von Kandinsky oder Joan Miró.

Der Autoscooters von Heinz Opitz von 1961 mit organisch geformten Flugdächern ist von der Architektur des damaligen JFK Flughafens in New York inspiriert.

Der Autoscooters von Heinz Opitz von 1961 mit organisch geformten Flugdächern ist von der Architektur des damaligen JFK Flughafens in New York inspiriert.

In den 60er Jahren folgen grelle Farben und Traummotive in Anlehnung an Salvador Dalí. Flower-Power-Bilder und Bands wie die Beatles oder Abba sind in den Siebzigern zu finden, danach überwiegen Pop-Art, Comic-Adaptionen und Street-Art.

„Auf Kirmes- und Volksfestplätzen kann man bis heute diese Epochen nebeneinander finden‟, weiß Dr. Ramus und lädt zusammen mit dem Fördervereins des Historischen Archivs der Stadt Köln und des Stadtarchivs zu einer Entdeckungstour Anfang November ein: Am Donnerstag, 06.11.2014, um 17 Uhr wird Dr. Margit Ramus eine kunsthistorische Führung auf dem Kölner Herbstvolksfest ( 31.10. bis 9.11.2014) durchführen. Eintritt frei. Treffpunkt ist die „Süße Lokomotive“ am Kirmes-Eingang Siegburger Str. 111.