Ein sichtbarer Schritt voran: Grundstein fürs neue Archiv gelegt.

Feierliche und lächelnde Gesichter überall im weißen Zelt auf der Baustelle. Gummistiefel, Leuchtwesten und Baustellenhelme über Bürokleidung oder Uniformen. Eine gewisse Zappeligkeit liegt in der Luft, ein überall spürbares „Endlich – es geht voran“. Viele Bürgerinnen und Bürger, Archivmitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Mitglieder der Freunde, Menschen aus Politik und Verwaltung sowie befreundeten Institutionen, Archiven und Museen, lassen sich diesen Moment nicht entgehen: Nach acht Jahren – 2936 Tage nach dem 3. März 2009, wie die Rundschau nachgerechnet hat – wird am Freitag, dem 17. März 2017 der Grundstein für den Neubau des Historischen Archivs gelegt.

Henriette Reker und Architekt Felix Waechter finden emotionale Worte: es ist „ein guter Tag für Köln“, auch wenn Trauer und Schmerz, den der Einsturz vielen Menschen bereitet hat, immer noch präsent ist. Dem Architekten ist jedoch auch der Stolz, dieses neue „Schatzhaus“ der Stadt, das dem Stadtarchiv und dem Rheinischen Bildarchiv ein lebendiges und funktionales Dach über dem Kopf geben soll, anzumerken.

Henriette Reker spricht

Aber dann geht es los: Das Wetter kümmerte sich nicht um den Wetterbericht, die Regenwolken ziehen haarscharf am Eifelwall vorbei, und einen Moment lang scheint sogar die Frühlingssonne durchzukommen. An der Südseite Richtung Luxemburger Straße ist tief unten auf der Bodenplatte ein Pavillon aufgestellt, unter dem der geöffnete Grundstein und eine Wanne „Speis“ auf den eigentlichen Festakt wartet.

Hier gibt es, dem Ort angemessen, keine großen Worte mehr, hier wird Hand angelegt. Die Beteiligten – u.a. die Oberbürgermeisterin, die Direktorinnen der beiden Archive, der Architekt und Vertreterinnen und Vertreter der Gebäudewirtschaft – füllen die Kapsel mit einem historischen „Kölnpfennig“, einigen aktuellen Euro-Münzen, Kölner Tageszeitungen, zwei Fotos aus dem Rheinischen Bildarchiv und – von Bettina Schmidt-Czaia – einem kleinen Stück vom Gebäudeschutt des alten Archivs. Dann wird die Kapsel versenkt, fachmännisch („ich habe das mal gelernt“) bis liebevoll-vorsichtig Mörtel aufgetragen und die Deckelplatte aufgesetzt. Die Festgesellschaft beobachtet den Vorgang vom Rand der Baugrube aus.

Mit einem kleinen Umtrunk im Zelt ist die Feier dann auch schon beendet: die Arbeit kann weitergehen. Wir, die Freunde des Historischen Archivs, wünschen der Bauherrin und allen Beteiligten eine glückliche Hand sowie einen planmäßigen und reibungslosen Ablauf der weiteren Bauarbeiten. Möge es gelingen!

 

Fotos: Raimond Spekking/Elke Wetzig (CC-BY-SA 4.0)