Zwei Wachsschreibtafeln mit einem Zinsregister aus Thüringen

Bestand 330 (Auswärtiges), A 386

Beschreibung

Datierung: [Mitte 15. Jh.]
Maße: 20,6 cm x 26,0 cm x 1,0 cm
Wachs-Schreibtafeln aus schwarz eingefärbtem Bienenwachs, beidseitige Beschichtung auf dünnen Buchenbretter und mit schwarzen Wachsergänzungen

Inhalt

Historische Quellen in einem Archiv enthalten klassischerweise Papier oder Pergament als Beschreibstoff, es gibt jedoch auch noch weitere Beschreibstoffe wie beispielsweise Papyrus oder Wachs. Gerade Letzteres ist zwar in deutschen Archiven selten, aber auch nicht ganz unüblich. Die hier gezeigte Wachstafel ist jedoch insofern besonders, weil sie über nicht mehr nachvollziehbare Wege aus dem Erfurter Raum wahrscheinlich Anfang des 20. Jahrhunderts nach Köln und dann in den Besitz des Historischen Archivs der Stadt Köln gelangte. Daher ist über die Wachstafel wenig bekannt. Fest steht aber, dass sie aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammt und aufgrund der genannten Personen und Orte in Thüringen angefertigt wurde. Sie enthält ein Zinsregister mit 47 Einzeleinträgen, die eine bestimmte Struktur aufweisen. Da gerade am Anfang diese inhaltliche Gliederung durchbrochen ist, muss davon ausgegangen werden, dass das Register nicht vollständig ist. Bei den im Register genannten Personen handelt es sich zum größten Teil um Bürger der Stadt Erfurt bzw. um Personen, die der Erfurter Führungsschicht zuzuordnen sind. Da viele der genannten Personen offenbar in einem zinspflichtigem Verhältnis zum Erfurter Peterskloster standen oder dem Kloster umfangreiche Schenkungen zukommen ließen, wird vermutet, dass das Register eben aus diesem Kloster stammt und im Rahmen einer Neuaufnahme des Besitzes außerhalb Erfurts angefertigt wurde.

Konservatorische Massnahmen

• Trockenreinigung
• Reduzieren der oberflächlichen Wachsausblühungen auf den Ergänzungen
• Festigen und Kitten der Holzbretter
• Retusche der Kittung

Verpackung
10% Materialkosten
10% Verwaltungs- und Transportkosten