Urkunden der Familie Winckler, 1687-1848

Bestand 1405, A 12

Beschreibung

Datierung: 1687-1848
Maße: 38 cm x 27,5 cm x 3 cm
Umfang: 23 Blatt
Schwarze Mappe mit losen Urkunden aus Papier, teilweise mit Stempeln, Briefmarken, Lack- und Oblatensiegeln

Inhalt

Das hier gezeigte Konvolut ist eine Sammlung von Papierurkunden aus dem Nachlass Josef Wincklers. Die Urkunden umfassen einen Zeitraum von 1687-1848 und weisen zum Teil Stempel oder Lack- und Oblatensiegel auf.
Alfred Werner Josef Winckler wurde am 07. Juli 1881 in Bentlage geboren. 1889 zog die Familie nach Hopsen auf Haus Nieland, da der Vater eine ehrenamtliche Stelle beim hessischen Bauerverein in Marburg annahm. Zuvor hatte er seine Anstellung als Salineninspektor bei der Saline „Gottesgabe“ verloren. 1894 zog die Familie nach Kempen an den Niederrhein, da der Vater nun eine bezahlte Anstellung beim Rheinischen Bauerverein gefunden hatte. In Kempen und Krefeld besuchte er verschiedene Gymnasien, die er aber ohne Abitur verließ. 1902 schrieb sich Winckler aufgrund des fehlenden Abiturs an der Universität Bonn für das Fach Zahnmedizin ein. 1906 schloss er das Studium mit einer Approbation für Zahnmedizin ab. 1907 ließ er sich in Moers als Arzt nieder und unterhielt in Moers und Homburg zwei Zahnarztpraxen. In dieser Zeit veröffentlichte er zusammen mit seinen Studienfreunden Wilhelm Vershofen (1878–1960) und Jakob Kneip (1881-1958) einen ersten Lyrik-band mit dem Titel „Wir Drei!“. 1912 gründeten die drei Freunde den Autorenkreis „Werkleute auf Haus Nie-land“. Der lockere Verbund von Autoren befasste sich literarisch mit der Industrie- und Arbeitswelt und kam häufig auf Haus Nieland, dem Ort Wincklers Kindheit und Namensgeber des Literatenkreises, zusammen. Viele Schriftsteller seiner Zeit schlossen sich dem Kreis an oder waren ihm zumindest freundschaftlich verbunden. Zu Wincklers größten Förderern zählte Richard Dehmel (1863-1920), den Winckler sehr verehrte und mit dem er befreundet war. 1923 gelang ihm dann endgültig der große Durchbruch als Schriftsteller mit dem Roman „Der tolle Bomberg“. Der kommerzielle Erfolg des Romans ermöglichte ihm ein finanziell sorgenfreies Leben mit Reisen durch ganz Europa und mehreren Wohnsitzen in Köln, Bonn und Bad Honnef.
Zwischen 1933-1945 verhielt er sich eher unauffällig, nicht zuletzt, weil seine Frau Adele Jüdin war und 1943 offiziell in die Schweiz ausreisen durfte. 1945 kehrte Adele aus dem Schweizer Exil zurück nach Deutschland. Die 1950er und 60er Jahre waren geprägt durch sein Engagement für die Kultur in der neuen BRD und seine Verbundenheit für seine alte Heimat Westfalen.
Josef Winckler starb schließlich am 29. Januar 1966 in einem Krankenhaus in Bensberg.

Konservatorische Massnahmen

• Trockenreinigung
• Abnahme von Klebebändern
• Reduzieren von Klebstoffresten
• Nassbehandlung
• Rissschließung, Stabilisierung
• Fehlstellenergänzung

Verpackung
10% Materialkosten
10% Verwaltungs- und Transportkosten