Turmbuch (Liber captivorum), 1557 – 1560

Bestand 30/G (Gerichtswesen), G 207

Beschreibung

Maße: 22,5 cm x 31,0 cm x 4,6 cm
Datierung: April 1557 – August 1560
Pergamenteinband mit Pappdeckeln
Buchblock aus Papier

Inhalt

Bei dem Band handelt es sich um ein sogenanntes Turmbuch für die Jahre 1557 bis 1560. Der Begriff Turmbuch leitet sich von den Türmen der Kölner Stadtmauer ab. Diese bewachten nicht nur die Tore, durch die der Verkehr in die und aus der Stadt flutete. Sie dienten in ihren Obergeschossen auch als Ge-fängnisse für tatsächliche oder auch nur angenommene Übeltäter. „Zu Turm gehen“ bedeutete daher im alten Köln: „verhaftet werden“. Die Gefangenen wurden in den Türmen verhört, um die ihnen zur Last gelegten Verbrechen zu untersuchen. Diese Verhöre wurden in den Turmbüchern niedergeschrieben, die damit ein breites Panorama vom Alltagsleben der Kölner entfalten. Was galt überhaupt als Verbrechen? Wurden Frauen anders bestraft als Männer? Wie redete man sich erfolgreich heraus? Ließen die Richter den Kriminellen überhaupt eine Chance? All das und noch viel mehr lässt sich anhand der Turmbücher erforschen. Sie ziehen völlig zu Recht nicht nur das Interesse der Forschung auf sich, sondern bieten als Schaufenster in die Vergangenheit auch eine bisweilen beklemmende, bisweilen unterhaltsame Lektüre.

Konservatorische Massnahmen

Gesamtes Stück

  • Trockenreinigung

Einband

  • Anfertigen eines Konservierungseinbandes

Buchblock

  • Lösen und ergänzen der Vorsätze
  • Heftung lösen
  • Nassbehandlung
  • Abnahme von Klebebändern
  • Rissschließung, Stabilisierung
  • Fehlstellenergänzung
  • Fixieren loser Blätter
  • Neuheften
  • Zurückformen

Verpackung

10% Materialkosten
10% Verwaltungs- und Transportkosten