Turmbuch, 1600-1602

Bestand 30 G (Gerichtswesen), G 233

Beschreibung

Datierung: 1600-1602
Maße: 22,0 cm x 32,0 cm x 6,0 cm
Einband: Halblederband mit Gewebe auf Pappdeckeln
Buchblock: Papier
Umfang: 279 Blatt

Inhalt

Helfen Sie mit ein Stück Kölner Kriminalitäts- und Justizgeschichte zu bewahren und werden Sie Restaurie-rungspate oder Restaurierungspatin für eines der rund 70 Turmbücher im Bestand des Historischen Archivs der Stadt Köln!
Die Bezeichnung „Turmbücher“ ist bereits seit dem 16. Jh. geläufig und ist auf den Entstehungsort der Bücher in den Türmen der Kölner Stadtmauer zurückzuführen. Die Kölnerinnen und Kölner nutzten einige der Türme als Gefängnis, wobei die Häftlinge hier nicht nur weggesperrt sondern auch symbolisch an den Rand der Stadtgesellschaft gedrängt wurden. Der zentrale Gefängnisturm war der Frankenturm am Rhein, wegen der kurzen Wege zum Gericht. Der berüchtigste Turm war der Kunibertsturm, als Ort der peinlichen Fragen.
Die Turmbücher gewähren ihrem Leser einzigartige Einblicke in das Alltagsleben und die Schicksale der Inhaftierten, Aufseher und Richter. Darüber hinaus erhalten wir wichtige Erkenntnisse zu vormodernen Verhörpraktiken und deren Beitrag zur Urteilsfindung. Der Strafenkatalog unserer Vorfahren ist dabei ebenso bunt wie die Vergehen der Häftlinge und reichte vom öffentlichen Spott durch das Tragen eines Schandmantels bis hin zum qualvollen Tod durch Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Die Turmbücher sind aber auch eine gute Quelle für Familienforscher, denn neben dem Namen des Inhaftierten sind oft auch Beruf, Herkunft, aktueller „Wohnort“ und bei Frauen auch die Namen ihrer Ehemänner protokolliert. In den Protokollen selber sind neben der Beschreibung des vermutlichen Tatherganges oft auch Namen von Komplizen oder wie auch immer beteiligte Personen oder weitere Zeugen aufgeführt.
Das hier vorliegende Turmbuch beinhalten Verhörprotokolle für den Zeitraum 12. September 1600 bis 03. April 1602 und umfasst 279 Blatt.
Wie bei vielen anderen Archivalien aus dem Bestand des Historischen Archivs schreiten auch hier die im Zuge des Einsturzes entstanden Schädigungen stetig voran. Mit einer Patenschaft können Sie aktiv an der Rettung dieses wichtigen Kulturguts teilhaben und zudem die erfolgreiche und engagierte Arbeit des Vereins der Freunde des Historischen Archivs aktiv unterstützen.

Konservatorische Massnahmen

Gesamtes Stück

  • Trockenreinigung

Bezugsmaterial und Rücken

  • Sichern und festigen
  • Ergänzen

Buchblock

  • Rissschließung und Stabilisierung
  • Zurückformen
  • Lagenrücken reinigen
  • Ableimen, Hinterkleben und Anbringen einer Hülse

Verpackung

10% Materialkosten
10% Verwaltungs- und Transportkosten