Hinterlassenschaft des verstorbenen Herrn Professor Doktor Ferdinand Wallraf, 1824 – 1827

Bestand 400 (Zentralregistratur des Oberbürgermeisters vor 1883), A 259

Beschreibung

Datierung: 1824 - 1827
Maße: 39,5 cm x 24,0 cm x 3,0 cm
Umfang: 76 Blatt
Akte mit preußischer Fadenheftung und Umschlag aus blauem und hellbaunen Karton

Inhalt

Ferdinand Franz Wallraf (* 20. Juli 1748 in Köln; † 18. März 1824 ebenda) war ein deutscher Botaniker, Mathematiker, Priester und bedeutender Kunstsammler.
1798 wurde Wallraf Conservateur des monumens. Dieses Amt wurde 1807 im Rahmen der Bodendenkmalschutzverordnung der Unterpräfektur auf den damaligen Landkreis Köln erweitert. Seine eigene Sammlung dagegen sollte der Wiederherstellung der Universität dienen. So enthielt seine Sammlung römische Ausgrabungsstücke (diese teilweise aus der Sammlung der Grafen Sternberg-Manderscheid aus Blankenheim), verschiedenste mittelalterliche Gemälde, religiöse Kunstwerke, Handschriften und frühe Drucke, Münzen, Fossilien aber auch historische Waffen und Plastiken.
Zu seinem 75. Geburtstag im Jahr 1823 wurde Wallraf vom Rat der Stadt Köln mit einem Eichenkranz als Bürgerkrone ausgezeichnet. Später prägte man für ihn den Begriff „Erzbürger“, was einer Vorform der Ehrenbürgerwürde gleichkommt.
In seinem dritten Testament vom 9. Mai 1818 setzte Wallraf nach langjährigen Verhandlungen und Ansätzen zur Ordnung der Bestände schließlich die Stadt Köln als Universalerbin seiner Sammlung ein. Er formulierte dabei die Voraussetzung, dass sie „zu ewigen Tagen bey dieser Stadt und Gemeinde zum Nutzen der Kunst und Wissenschaft verbleiben, derselben erhalten und unter keinem erdenklichen Vorwande veräußert, anderswo verlegt, aufgestellt und derselben entzogen werden soll.“ Die Stadt nahm die Schenkung am 16. Mai 1818 an.
Ferdinand Franz Wallraf verstarb am 18. März 1824 und wurde auf dem Kölner Friedhof Melaten beigesetzt. Die Sichtung und Katalogisierung des Erbes dauerte fast zwei Jahre. Die vorliegende Archivalie beinhaltet die Aufarbeitung des Erbes. Die Stadt stellte seine Sammlungen zuerst von 1827 bis 1860 im „Wallrafianum“ in der Trankgasse 7 aus. Aus diesem ersten Museum gingen viele Kölner Museen hervor. Der größte Teil der Sammlung befindet sich heute im Wallraf-Richartz-Museum. Die Handschriften von Wallraf befinden sich im Historischen Archiv der Stadt Köln (Bestand 7010). Diese konnten nach dem Einsturz des Archivgebäudes am 3. März 2009 nahezu vollständig geborgen und identifiziert werden. Wallrafs Bibliothek mit ca. 14.000 Drucken des 15. bis 19. Jahrhunderts wurde ebenfalls der Stadt Köln vermacht und befindet sich heute in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln.

Konservatorische Massnahmen

• Trockenreinigung
• Heftung lösen
• Fixieren wasserempfindlicher Stempel und Schreibmittel
• Nassbehandlung
• Rissschließung, Stabilisierung
• Fehlstellenergänzung
• Neu heften

Verpackung

10% Materialkosten
10% Verwaltungs- und Transportkosten