Errichtung eines Gebärhauses, 1812-1821

Bestand 400 (Zentralregistratur des Oberbürgermeisters vor 1883), A 3718

Beschreibung

Datierung: 1812 - 1821
Maße: 39,5 cm x 25,0 cm x 2,0 cm
Umfang: 91 Blatt
Akte mit Oblaten-Siegeln, Prägestempeln, preußischer Fadenheftung sowie mit blauem und hellbraunen Umschlag

Inhalt

Bis weit in das 20 Jahrhundert hinein waren die meisten Geburten Hausgeburten und wurden von Hebammen begleitet.
Hauptzweck der Entbindungshospitäler, die in Deutschland im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert entstanden, war die Ausbildung von Ärzten und Chirurgen zu Geburtshelfern („Accoucheuren“). Viele Regierungen und die Öffentlichkeit waren im Zuge der Aufklärung überzeugt, dass studierte männliche Mediziner eine bessere Geburtshilfe leisten könnten als die traditionellen Hebammen. Die Entbindungsanstalten, besonders an Universitäten, sollten den Studenten Gelegenheit zu praktischer Übung bieten. In zweiter Linie dienten diese Häuser dazu, Hebammen durch ärztliche Geburtshelfer auszubilden. Erst in dritter Linie ging es darum, bedürftige Frauen am Ende der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett zu unterstützen. Bis ins frühe 20. Jahrhundert war die große Mehrheit der Frauen, die ihr Kind in einem Entbindungshospital zur Welt brachten, unverheiratet. Sie wurden meist kostenlos versorgt. Als Gegenleistung mussten sie sich als Übungsobjekte für die Ausbildung der Studenten und/oder Hebammenschülerinnen zur Verfügung stellen. Im Zuge der Professionalisierung der Medizin und der Konzentration auf die Geburtshilfe, wurde damit begründet, dass das Leben der Mütter und Kinder bei den angeblich unwissenden Hebammen in Gefahr sei. In der Realität war jedoch die Müttersterblichkeit in den von Ärzten geleiteten Entbindungshospitälern wesentlich höher als bei den Hausentbindungen, die durchweg von Hebammen betreut wurden.

Konservatorische Massnahmen

• Trockenreinigung
• Heftung lösen
• Nassbehandlung
• Rissschließung, Stabilisierung
• Fehlstellenergänzung
• Neu heften

Verpackung
10% Materialkosten
10% Verwaltungs- und Transportkosten