Caesarius Heisterbacensis, 2. Hälfte 15. Jh.

Bestand 7020 (Handschriften (W*)), 260

Beschreibung

Datierung: 2. Hälfte 15. Jh.
Maße: 25,6 cm x 18,4 cm x 4,6 cm
Blindgeprägter, vegetabil gegerbter Ganzledereinband mit Holzdeckeln sowie floral und ornamental verzierten Buckeln, Beschlägen und intakten Schließen aus Messing
Buchblock aus Pergament, reich an aufwändig gestalteten, illuminierten Initialen und fein gezeichneten Buchmalereien
Umfang: 66 Blatt

Inhalt

Bei der hier vorliegenden Handschrift handelt es sich um gesammelte Werke des Caesarius von Heisterbach, Zisterziensermönch und Novizenmeister am Zisterzienserkloster in Heisterbach bei Königswinter. Bei den Werken handelt es sich unter anderem um Auftragsschriften, einmal zur Vita der heiligen Elisabeth von Thüringen sowie über das Leben des Kölner Erzbischofes Engelbert I. und seine angeblichen Wundervollbringungen. Beide Schriften waren Hauptwerke von Caesarius, der übrigens in Köln aufwuchs und dort die Schule des St. Andreasstiftes sowie die Domschule besuchte. Die Handschrift wurde wahrscheinlich Mitte des 15. Jahrhunderts in einem Kloster angefertigt und hat bereits eine weite Reise hinter sich: zuerst landete sie im Besitz eines Kanonikers des Stiftes St. Severin. Dann wanderte sie weiter in den Besitz verschiedener Kanoniker am Stift Münstereifel, dann in die Bibliothek des Schlosses Nordkirchen, weiter in den Besitz des Herzogs von Brüssel, bis sie schlussendlich im 20. Jahrhundert wieder in Köln und beim Historischen Archiv landete. Zwischenzeitlich befand sie sich auch noch im Gebrauch bei Aegidius Gelenius, der sie für seine Forschungen benötigte und die Texte auch teilweise abschrieb.
Die Handschrift ist mit zahlreichen roten, blauen, goldenen und mehrfarbigen Zierelementen versehen, sodass ihr schon damals eine gewisse Wichtigkeit beigemessen werden kann, nicht zuletzt wegen des schon damals in theologischen Kreisen angesehenen Autors. Die Wichtigkeit dieser Handschrift lässt sich auch aus der Tatsache herleiten, dass auf dem Rücken der Handschrift Spuren von einer Kette zu erkennen sind. Im Mittelalter sind sogenannte „Kettenbücher“ keine Seltenheit, wurden doch besonders wertvolle oder inhaltlich wichtige Bücher vor Diebstahl mittels einer Kette geschützt.

Konservatorische Massnahmen

Gesamtes Stück
• Trockenreinigung

Einband
• Sichern und Festigen des Bezugsmaterials
• Sichern des Titelschildes
• Entfernen von Korrosionsprodukten an Schließen und Beschlägen

Buchblock
• Malschichtuntersuchung (Stabilitätsprüfung)
• Malschichtfestigung
• Rissschließung und Stabilisierung
• Einlegen von Barrierepapier zum Schutz der Malereien

Verpackung

10% Materialkosten
10% Verwaltungs- und Transportkosten