Abbruch des Pfaffentors und Erweiterung der Straße, 1825 – 1829

Bestand 400 (Zentralregistratur des Oberbürgermeisters vor 1883), A 6528

Beschreibung

Datierung: 1825 - 1829
Maße: 37,5 cm x 23,5 cm x 5,0 cm
Umfang: 171 Blatt
Akte mit preußischer Fadenheftung und Umschlag aus blauem und hellbaunen Karton. Blätter zum Teil mit Lacksiegeln und Prägestempeln.

Inhalt

Die städtische Akte aus dem frühen 19. Jahrhundert zeigt die Belange einer immer größer werdenden Stadt, die mit den vorhandenen historischen Bauten umgehen muss.
Die Pfaffenpforte oder Nordtor an Unter Fettenhennen bzw. der Burgmauer war ein römisches Stadttor im Norden der heutigen Kölner Altstadt und war ein wichtiger Zugang in die Stadt.
Der oberhalb des Tores angebrachte Löwenkopf weist auf eine Sage hin, wonach Bürgermeister Hermann Gryn 1262 auf Geheiß von Domherren des Erzbischofs Löwen zum Fraß vorgeworfen werden sollte. Gryn überlebte jedoch. Als Folge ließ der Kaiser die verantwortlichen Domherren an ebendieser Pforte hängen. Die Sage symbolisierte den anhaltenden Streit zwischen Stadt und Erzbischof.
Nach diesem Vorfall soll das Nordtor den Namen „Pfaffenpforte“ erhalten haben; die am 23. August 1499 erschienene Koehlhoffsche Chronik erwähnte erstmals diesen Namen. In der Kölner Stadtansicht von 1570 hat Arnold Mercator sie als „Paffen pforts“ berücksichtigt. Hierin ist zu erkennen, dass das Nordtor die Straße Unter Fettenhennen überspannte und den Zugang zur Stadt und zum Dom kontrollierte. Als „paffinporze“ ist sie bereits 1228 in den Schreinsbüchern erwähnt.
Das ursprünglich römische Tor wurde mehrfach umgebaut und mit den anliegenden entstehenden Neubauten der östlich an sie angrenzenden Domdechanei erfuhr es im Laufe der Zeit Veränderungen. Renovierungen gab es in den Jahren 1606, 1616 und 1621. Das Nordtor blieb bis 1657 weitgehend bestehen, der zentrale Bogen diente weiterhin als Durchgang, jedoch nicht mehr als Stadteingang. Danach wurde es durch die Einbeziehung in das Nordportal des 1658 fertiggestellten Neubaus der Domdechanei des Domdechanten Franz Egon von Fürs-tenberg-Heiligenberg umgestaltet.
Ab 1826 nahmen die einzelnen Bestandteile des römischen Befundes unterschiedliche Wege:
1826 wurde der Teil der Domdechanei abgerissen, in dem sich der Mittelbogen des Nordtores befand, um die Straße Unter Fettenhennen zu verbreitern. Auf Veranlassung von Konservator Johann Anton Ramboux kam der landseitige Torbogen im Juni 1827 in das im „Kölner Hof“ gelegene Wallrafsche Museum, wo er lange Zeit im Hofraum herumlag. Seit 1883 war er im Lichhof in einer Seitenwand der Schule an der Pipinstraße eingemauert. Die Originalfragmente sind seit März 1974 im Römisch-Germanischen Museum ausgestellt.
Die Archivalie beschreibt die Abbruch- und Straßenbauarbeiten im Jahr 1826.

Konservatorische Massnahmen

• Trockenreinigung
• Heftung lösen
• Fixieren wasserempfindlicher Stempel und Schreibmittel
• Nassbehandlung
• Rissschließung, Stabilisierung
• Fehlstellenergänzung
• Neu heften

Verpackung
10% Materialkosten
10% Verwaltungs- und Transportkosten